Glattbrugg

 
Oase der Sicherheit

 

 Verhaltenskodex

Die Mitarbeitenden der HadeKi sind dem Schutz und dem Wohlergehen der ihnen anvertrauten Kinder verpflichtet. Sie haben die Aufgabe, die Ressourcen der Kinder und ihres Umfelds zu erkennen, die Kinder zu fördern und zu schützen.

Der vorliegende Verhaltenskodex soll die Mitarbeitenden sensibilisieren, potenzielle Gefahren zu erkennen und kritische Situationen zu entschärfen. Die definierten Verhaltensregeln schaffen Transparenz für Mitarbeitende, Eltern und Kinder.
Die Beteiligten wissen, welches Verhalten eine Grenzverletzung darstellt und dadurch schützen wir nicht nur potenzielle Opfer, sondern auch unsere Mitarbeitenden vor Falschanschuldigungen. In der Kindertagesstätte sollen die betreuten Kinder sicher sein,
es gilt Übergriffe zu verhindern. Dieser Verhaltenskodex ist als Hilfe und Anregung zu verstehen.

 

1. Umgang mit dem Verhaltenskodex

Alle unsere Mitarbeitenden sind verpflichtet, sich an die im Verhaltenskodex festgelegten Verhaltensregeln zu halten. Der Verhaltenskodex wird wie folgt eingeführt:

1.1 Mitarbeitende
Zusammen mit dem Arbeitsvertrag erhalten diese den Verhaltenskodex.
Mit ihrer Unterschrift auf dem Arbeitsvertrag bestätigen sie, dass sie den Verhaltenskodex gelesen haben und verpflichten sich, die dargelegten Grundsätze einzuhalten.

1.2 Geschäftsleitung
Die Leitung überprüft regelmässig im Gespräch mit Mitarbeitenden den Umgang mit den Verhaltensregeln.  

1.3 Team
Das Team reflektiert die Umsetzung der Verhaltensregeln regelmässig an Teamsitzungen. Sie reflektieren ihre eigene Rolle und Haltung selbst und im Team. Bei Bedarf definiert das Team zusammen mit der Geschäftsleitung zusätzliche Verhaltensregeln und passt den Kodex entsprechend an.

1.4 Auswahl des Personals
Die HadeKi Kinderkrippe wählt das Personal sorgfältig aus und neben eines regulären Bewerbungsverfahrens werden auch noch zusätzliche Massnahmen ergriffen. Es werden Referenzen und ein Strafregisterauszug eingefordert. Die Berufsmotivation und die Haltung in Bezug zum Verhaltenskodex werden genau abgeklärt. 
Die Mitarbeitenden dürfen für keine Straftat verurteilt worden sein, welche aufgrund der Schwere oder Art die Betreuung von Kindern in Frage stellt. Der HadeKi ist es bewusst, dass diese Strafregisterauszüge keine absolute Sicherheit gewähren.

 

2. Begriffsdefinition
 
Kinder können von vielen Formen der Gewalt betroffen sein. In diesem Verhaltenskodex wird der übergeordnete Begriff „Grenzverletzung“ verwendet. Grenzverletzungen werden oft nur in der schwersten Form, nämlich als körperliche Gewalt, Vergewaltigung oder Nötigung, als solche verstanden oder erkannt. Es wird zwischen psychischer, physischer oder sexueller Grenzverletzung unterschieden.

2.1 Psychische Grenzverletzung
Unter psychischer Grenzverletzung ist bewusstes oder unbewusstes Verhalten gemeint, das Kinder durch Bestrafung und/oder Herabsetzung bedeutend in ihrer Entwicklung beeinträchtigt und schädigen kann. Auch Vernachlässigung, Essenszwang oder Nahrungsentzug sind Formen von psychischer Gewalt.

2.2 Physische Grenzverletzung
Zu physischen Grenzverletzungen zählen neben Schlägen auch das Festhalten von Kindern, Schütteln, Stossen, Boxen, das Ziehen an den Ohren oder der Zwang zum Stillsitzen.

2.3 Sexuelle Grenzverletzung
Sexuelle Grenzverletzungen an Kindern beinhalten ein breites Spektrum an sexuellen Handlungen, die eine erwachsene Person oder ein deutlich älteres Kind an einem anderen Kind vornimmt, um sich selbst sexuell zu erregen oder zu befriedigen.
Das Spektrum umfasst unter anderem folgende sexuelle Handlungen: 

2.4 Position der Kindertagesstätte und der Mitarbeitenden
In der Kindertagesstätte werden grenzverletzende Übergriffe gegen Kinder durch Mitarbeitende und unter den Kindern in keiner Weise toleriert.
Die Mitarbeitenden der Kindertagesstätte wissen Bescheid über die Problematik von Grenzverletzungen und sexueller Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen und unternehmen alles, um Grenzverletzungen und Übergriffe zu verhindern.

Sind grenzverletzende Übergriffe geschehen, unternehmen die Mitarbeitenden die nötigen Schritte zur Verhinderung weiterer Übergriffe und die Einleitung von Hilfsmassnahmen für die Opfer (gemäss interner Regelung).

Die Mitarbeitenden sind sich bewusst, dass bei Zuwiderhandeln gegen die Gesetze und gegen diese Verpflichtungserklärung strafrechtliche oder arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet
werden.

 

3. Pädagogische Grundsätze in der täglichen Arbeit
 
Die Kernaufgaben des Betreuungspersonals sind die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung sowie die Förderung der persönlichen Entwicklung, die soziale Integration der Kinder und deren aktive Teilnahme an der Gemeinschaft. Unsere Mitarbeitenden vermitteln Haltungen, Wissen und Werte.  Die pädagogische Arbeit fördert die Selbständigkeit und Selbstbestimmung der Kinder. Dadurch wird das wichtige Fundament zur Prävention von Grenzverletzungen gelegt. Einem Kind, welches ein gesundes Selbstbewusstsein hat, fällt es leichter, sich für seine Person und seine Grenzen einzusetzen. Das ist ein wirkungsvoller Schutz vor grenzverletzendem Verhalten. 

3.1 Nulltoleranz bei grenzverletzendem Verhalten
Grenzverletzungen gegenüber Kindern durch Mitarbeitende der HadeKi, sowie unter den Kindern werden in keiner Weise toleriert. Die Mitarbeitenden unserer Kindertagesstätten wissen, dass grenzverletzendes Verhalten eine massive Verletzung der körperlichen und seelischen Integrität der Kinder sowie einen schweren Vertrauensbruch darstellt. Sie unternehmen alles, um Grenzverletzungen und Übergriffe zu verhindern. Dazu gehören auch Massnahmen zur Sensibilisierung und Stärkung der Kinder. Grenzverletzendes Verhalten unter Kindern muss immer gestoppt werden und verlangt nach Intervention. Das Straf- und Zivilgesetzbuch regelt, welches schädigende Verhalten gegenüber Kindern strafbar ist. Die Mitarbeitenden kennen die entsprechenden Artikel des schweizerischen Straf- und Zivilgesetzbuches (siehe Anhang 2).

3.2 Grundsatz: Nähe und Distanz
Die Gestaltung einer professionellen Beziehung zu den Kindern bildet die Basis für pädagogisches Arbeiten. Dies bedeutet auch, den Kindern individuelle und dem Betreuungsrahmen entsprechende Beziehungsangebote zu machen.

3.3 Körperliches Wohlbefinden 

3.4 Seelisches Wohlbefinden
Das Kind wird individuell in der Kita eingewöhnt. Die Eltern, sowie die Betreuungsperson begleiten die Kinder in der Eingewöhnungsphase und geben dem Kind die Zeit, die es dafür benötigt. Das individuelle Bedürfnis der Kinder nach Nähe und Distanz wird respektiert. Das Kind entscheidet, ob es allein sein oder mit anderen Kindern spielen will. 
Die Persönlichkeit des Kindes wird respektiert. Das Kind wird bei der Entwicklung zu einer selbstbewussten Persönlichkeit unterstützt und gestärkt. Es darf auch „NEIN“ sagen. Kinder werden in ihrer physischen, psychischen und sozialen Entwicklung unterstützt, bestimmen das Tempo aber selbst. Sie werden zu Entwicklungsschritten ermuntert und ermutigt, entscheiden jedoch selbst, ob und wann sie diesen machen wollen. 

3.5 Kommunikation und Umgang miteinander
Wir begegnen den Kindern, sowie Erwachsenen mit Wertschätzung. Wir sprechen eine positive, kultivierte Sprache. Abfällige, rassistische Bemerkungen und Schimpfwörter sind tabu. Den Kindern wird altersgerecht erklärt, welche Wörter wir nicht tolerieren und welche Bedeutung sie haben. Regeln werden erklärt und auch begründet. 

3.6 Mahlzeiten
Den Kindern wird regelmässig und ausreichend abwechslungsreiches und gesundes Essen, sowie Flüssigkeit in altersgerechter Zubereitung bereitgestellt. Auch gewähren wir den Kindern ausreichend Zeit zum Essen und Trinken. Kleinkinder bekommen von uns Hilfe beim Essen. Wir zwingen die Kinder nicht zum Essen. Jedes Kind entscheidet selbst, ob und was es von den angebotenen Speisen essen möchte und wann es satt ist. Den Kindern wird jederzeit Zugang zu ungesüssten Getränken gewährt (Trinkbar). Bei kleineren Kindern achten die Mitarbeitenden vermehrt auf die Körpersprache, um zu merken, wann sie satt sind. Wir respektieren die Essgewohnheiten anderer Kulturen und bieten geeignetes Essen bei Unverträglichkeiten an. Nahrung wird nicht als Machtmittel missbraucht. Nahrungsentzug zur Bestrafung ist verboten, sowie es untersagt ist, Nahrungsmittel zur Belohnung einzusetzen.

 

4.  Haltung der Mitarbeitenden

 

5.  Handeln bei Verdacht auf Grenzverletzungen

 

6.  Verhaltensregeln in der täglichen Arbeit
      Grundsatz: Nähe und Distanz

Die Verantwortung zwischen Nähe und Distanz liegt immer bei den Mitarbeitenden. Sie sind für die Wahrung der Grenzen verantwortlich. Neben diesem Grundsatz gelten die nachfolgenden Regeln für alle Mitarbeitenden:

6.1 Berührung
Die Kindertagesstätte legt grossen Wert auf einen natürlichen und herzlichen Umgang mit
den Kindern. Das Berühren und Trösten von Kindern ist selbstverständlich.
Ein Kind wird nur hochgehoben, in den Arm genommen oder auf den Schoss genommen, wen es dies ausdrücklich wünscht bzw. signalisiert. Die Initiative geht immer vom Kind aus.

6.2 Sitzen auf dem Schoss
Die Mitarbeitenden fordern nicht aus eigenem Interesse die Kinder auf, auf ihren Schoss zu sitzen. Die Kinder dürfen auf den Schoss, wenn sie das Bedürfnis danach äussern oder zeigen. Auch beim Trösten sollte der Impuls für das auf den Schoss nehmen vom Kind kommen

6.3 Küssen von Kindern
Den Mitarbeitenden ist das Küssen von Kindern untersagt. Alle Handlungen mit sexuellem
Charakter sowie sexualisierte Sprache sind verboten.

6.4 Einzelbetreuung
Betreut eine Mitarbeitende ein einzelnes Kind, geschieht dies immer in Absprache mit
weiteren Mitarbeitenden. Der Gruppenleitung obliegt die Kontrolle, ob die Verhaltensregeln
eingehalten werden.

6.5 Frühdienst / Spätdienst
Es kann vorkommen, dass Früh- oder Spätdienste von einer Mitarbeiterin allein
geleistet werden. Die Türen zu den Gruppenzimmern bleiben offen.

6.6 Wickeln
Wenn gewickelt wird, wird eine Mitarbeitende informiert. Der Wickeltisch befindet sich in einem geschützten Raum, ist aber gut einsehbar. Die Kinder werden nur von einer
Bezugsperson gewickelt (keine Schnupperinnen). Die Türe zum Wickelraum bleibt offen.
Das Eincremen im Intimbereich gehört zum Wickeln.

 

6.7 Gang aufs WC
Das Kind wird nur begleitet, wenn es Hilfe benötigt. Dies wird mit den Eltern abgesprochen.

6.8 Fiebermessen
Wenn immer möglich wird das Fieber im Ohr gemessen. Muss das Fieber rektal (After) gemessen werden, wird dies von der Gruppenleitung entweder in Anwesenheit einer weiteren Person oder im Gruppenzimmer vorgenommen, oder andere Anwesende werden informiert. Das Vorgehen wird mit den Eltern (Eintrittsgespräch) abgesprochen; sie sind informiert.

6.9 Mittagsschlaf
Beim Einschlafen der Kinder ist eine Mitarbeitende im Schlafzimmer anwesend. Der
Schlaf der Kinder kann von einem Mitarbeitenden spontan überprüft werden. Das Kind wird
nur am Kopf oder an der Hand gestreichelt, wenn es dies ausdrücklich wünscht.

6.10 Baden
Wird im Sommer im Garten gebadet oder gespielt, tragen die Kinder Badekleider. Die Kinder
werden nur in Ausnahmefällen oder im Zusammenhang mit der Ausbildung (FABE) im Haus
gebadet/geduscht - nach Absprache mit der Gruppenleitung und evtl. auch mit den Eltern
und in Anwesenheit einer zweiten Person. Das Baden/Duschen muss begründet sein.

6.11 „Dökterle“
Das Entdecken des eigenen Körpers gehört zur normalen Entwicklung eines Kindes. Das
Spiel wird zugelassen und soll an einem dafür bestimmten Ort stattfinden. Es ist ein Spiel
zwischen Kindern. Erwachsene nehmen nicht teil an den kindlichen Handlungen. Das Spiel
wird unauffällig beobachtet. Es wird nur eingegriffen, wenn ein Machtgefälle entsteht. Die
Kinder sollen in etwa dem gleichen Alter sein.

6.12 Sprache
Die Geschlechtsteile werden korrekt und einheitlich benannt. Die Kindertagesstätte einigt
sich auf Begrifflichkeiten und kommuniziert diese den Eltern.

6.13 Aufklärung
Es ist nicht Aufgabe der Mitarbeitenden, die Kinder aufzuklären. Stellen die Kinder konkrete
Fragen, werden diese altersgerecht beantwortet und die Eltern anschliessend informiert.

6.14 Verabreichen von Medikamenten
Es wird mit den Eltern vereinbart, wer ein bestimmtes Medikament verabreichen soll (grundsätzlich die Bezugsperson).

6.15 Fotografieren
Von den Kindern werden lediglich für berufliche Zwecke Fotos gemacht (z.B. Dokumentation
von Unterlagen). Das Verwenden für private Zwecke ist untersagt (Handy, PC, Facebook,
etc.). Die Eltern sind über den Verwendungszweck orientiert und haben ihr Einverständnis
gegeben.