Leitgedanken

Den Kindern soll die Möglichkeit gegeben werden, ein- bis mehrmals pro Woche mit gleichaltrigen Mädchen und Buben einen Vor- oder Nachmittag zu verbringen, wobei die Spielgruppe nicht die Funktion
eines losen Kinderhütedienstes erfüllt. Ihr Ziel ist vielmehr, dass die Kinder ausserhalb der Familie erste Kontakte knüpfen und pflegen können. Sie ermöglicht es ihnen, in einem langsamen Übergang,
sich vom vertrauten Familienkreis an die Grossgruppe im Kindergarten zu gewöhnen. Das Kind lernt sich einzuordnen, auf andere Rücksicht zu nehmen und die Spielregeln zu beachten.
Sinn und Zweck der Spielgruppe ist es, den Kindern bei der Entfaltung ihrer Persönlichkeit und ihrer schöpferischen Möglichkeiten begleitend beizustehen.

Getragen von der Geborgenheit der Spielgruppe kann das Kind sein Selbstvertrauen auf- und ausbauen und neues anpacken. Jedes Kind wird als einmalige Persönlichkeit mit individuellen Fähigkeiten
und Begabungen akzeptiert.
Es handelt und lernt aus eigenem, innerem Antrieb, aus Neugierde, aus Freude und Interesse.

Werken mit allen Sinnen und interessanten Materialien wird zum Erlebnis und das gemeinsame Tun steht im Mittelpunkt.

„Hilf mir, es selbst zu tun!“  (Maria Montessori)

Werken:
Unsere vorbereitete Umgebung und unsere Werkangebote fordern die Kreativität und die Phantasie der Kinder heraus. Aus und mit den unterschiedlichsten Materialien formen und gestalten sie,
experimentieren und entdecken die Welt.
Lehm, Sand, Teig, Erde, Wasser, Gras, Stroh, Holz, … Kleine Kinder nehmen die Welt ganzheitlich wahr, mit allen Sinnen.
Sie fühlen, tasten, riechen, hören, schauen, schmecken und speichern ihre Wahrnehmungen.

Gruppendynamik:
Sich in einer Gruppe bewegen und behaupten zu lernen fördert das Kind. Andere Meinungen anzuerkennen und die eigene Meinung zu verteidigen will geübt und gelernt sein.
In unserer Spielgruppe finden kleine Kinder ein ideales Umfeld zur Entwicklung ihrer emotionalen, sozialen und intellektuellen Fähigkeiten.

Rollenspiel:
Einmal Löwe sein dürfen und fürchterlich laut brüllen, als kleine Prinzessin Aufmerksamkeit erhalten, sich als Gespenst verkleiden …. Im Rollenspiel verarbeitet das Kind Erlebnisse
und probiert auf lustvolle Art und Weise alle Facetten seiner Persönlichkeit aus. Gut, dass es in unserer Spielgruppe Kleider und Tücher zum Verkleiden gibt – und Kinder zum  Mitspielen.

Elternmitwirkung:
In keiner Stufe wird die Elternarbeit so intensiv gestaltet wie in der Spielgruppe. Unsere Spielgruppenkinder sind Grenzgänger zwischen zwei Welten. Je besser der Kontakt zwischen Elternhaus
und Spielgruppe funktioniert, desto besser finden sich die Kinder zurecht.

„Alles, was man dem Kind beibringt, kann es nicht mehr selber entdecken“. (J. Piaget)

Prozess statt Produkt:
Werkerzeugnisse, welche unsere Kinder von der Spielgruppe mit nach Hause nehmen, mögen ihren Eltern manchmal seltsam erscheinen. Für uns und die Kinder ist es ein Werk,
welches das Kind mit Hingabe und Konzentration selber geschaffen hat. Unsere Spielgruppe fördert kreative Prozesse und arbeitet nicht „endproduktorientiert“.

Rituale:
Das Begrüssungs- und Abschiedslied und der gemeinsame Znüni gehören zu unseren regelmässigen Ritualen. Regelmässigkeit gibt dem Kind Sicherheit und fördern das Zusammenwachsen der Gruppe.

Natur:
In unserem natur belassenen, geschützten Garten können die Kinder nach Herzenslust toben und spielen. Käfer und Schmetterlinge beobachten, pflanzen, graben mit Wasser planschen
oder im Sandkasten Burgen bauen.